Ich wurde im Januar 56 geboren, ich nehme an, meine Eltern waren mit meiner Niederkunft unzufrieden. Wie ich durch meine chaotische Lebensweise erfahren musste.

    Na ja, jedenfalls war ich im Alter von 13 Jahren so weit, das ich mit meiner Quickly, in unserem kleinen Dorf, für manchen Aufstand gesorgt habe.

Mit 14 ging ich in die Lehre. Die Lehrstelle war  in etwa 40 km weit weg. Das erste Jahr wurde noch mit der Bahn gefahren.  Ab dem 2. Jahr kam ich auf die glorreiche Idee, das man die Strecke ja auch mit dem Mofa fahren kann. Gesagt getan. Es kam ein Mofa Hercules “Höttelpöttel” ich weiß nicht mehr, an den Start. Damals wurde in der Lehre  nix verdient, ich glaube das waren 75 DM im ersten. Nach 3 Monaten war ich , in Ermangelung von Geschwindigkeit so weit, das ich meine alte Quickley aus dem Stall holte, Nummernschild Mofa drauf und es ging mit 60 etwas schneller ab.

Nach wiederum 2 Monaten, fehlten mir immer noch die Tränen, in den Augen vom Fahrtwind. Es wurde ne Hercules Supersport gekauft, und da die Preise für ein großes Nummernschild immens waren, war nu wieder das Nummernschid vom Mofa dran. Die Polizeipräsenz war in den 70er Jahren hier bei uns nich so doll und was sollte es, wir waren ja sogar mit unseren 50ern noch schneller als die “Grünen” mit Ihren Käfern.

Ich machte dann mit 16 meinen Führerschein Klasse 4 und dürfte eigentlich, unter Auslassung der Versicherungsvorschriften, eigentlich zufrieden sein.

Denkste, war aber nich. Mittlerweile hatte ich rausbekommen, das sehr viele DKW`s und Horex Motorräder noch in Scheunen standen. Die meisten waren sogar noch angemeldet, weil der Vater oder Opa sich nen Auto gekauft hatten. Meinen Führerschein hatte ich durch einen Bekannten auf 1+3 umschreiben lassen und nun gings los mit den 250ern und 350 Horex.

Meine Lehre hatte ich beendet, ich war 17 und hatte Führerscheinklasse 1+3. Ich fing bei einem Elektroinstallateur in Heimatnähe an. Bekam einen VW Käfer als Dienstwagen und fuhr also damit unsere Arbeitsstellen an.

Es wurde dann, Herz bleib stehen, die Polizeiwache in unserer Kreisstadt umgebaut, unsere Firma bekam den Auftrag und ich und 2 Lehrlinge mussten da hin. Dieser Umbau dauerte ca. 1 Jahr, mich hat nie einer nach dem Führerschein gefragt , aber das wahr wahrscheinlich auch nich so wichtig. Jedenfalls kannte ich jeden Polizisten und wenn ich mal angehalten wurde, wurde ich immer weiter gewunken.  War auch nich so schlecht!

 

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Das war meine Bella, nach einer durchzechten Nacht, bei einem Kollegen ,dessen Eltern ne Kneipe hatten, ging mangels Bodenfreiheit der Seitenschweller in der Kurve der Radius aus. Sie endete mit einem Längsschlag am Stamm einer Birke. An das Nummerschild kam ich noch dran, es wurde runtergerissen und ich hab nie wieder was davon gehört.

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Dann kam ne CB 250 dran. Mittlerweile hatte ich ja jetzt schon meinen Führerschein in “Echt”. Die hatte ich ungefähr ein Jahr, dann war sie mir zu langsam und sie kam weg.

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Es kam dann ne R5 von Yamaha dran. 350 ccm und 35 PS. Die war richtig flott unterwegs. Nur leider nicht Vollgasfest. Und wenn sie falsche Luft saugte auch mal nen Loch im Kolben. Die Reparaturen wurden alle in unserer Bastelecke erledigt.

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Dann wollte einer seine 750 er Kawa loswerden und wollte meine 350 er haben. Hab ich mal für 4 Wochen getauscht um sie auszuprobieren.   Motor die selben Probleme wie meine, nur 1 Zylinder mehr und ein Fahrwerk zum fürchten.

Dat war nix.

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Zwischendurch war mal ne CB 750 dabei. Hat mich auch nich vom Stuhl gehauen. Viel zu klobig!

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Aber die 650er war geil!

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Und dann gabs ne Gummikuh            R 75/5

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Yamaha XS400 77  1

Es kam die Bundeswehrzeit, das erste Kind kam und die Mopeds wurden kleiner. Yamaha RD 125, für auf die Arbeit!

Langsam kam 82 wieder etwas Spaß in die Backen. Es wurde ne XS 400.

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Dann war ne CB 550 dran. Nach einem feuchtfröhlichen Umtrunk, in der hiesigen Milchbar, wollte ein Polizeiwagen der vor mir fuhr, das ich Ihn überhole. Ich habe angehalten, das Nummernschild umgedreht. Und los ging die Verfolgungsjagd. Die Jagd hab ich leider verloren, aber die Rheinzeitung berichtete ein halbe Seite lang. Der Führerschein ,war, bei einem Milchgehalt von 2,4 für 2 Jahre weg!

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1987 hatte ich dann eine der ersten XT 500 gekauft und komplett Restauriert. Übrigens mein Lappen war wieder da!

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Meine Frau bekam eine RD 250 und wir sind mit den Kindern, es waren jetzt 4, ja wir hatten auch andere Hobbys ,rumgejuckelt. Das Juckeln bezieht sich aufs fahren!

Meine Motorrad Biografie:

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1990 etwa, kaufte ich mir eine XS 1100 in TOP Zustand und meine Frau bekam die XT.

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ca. 91 kam noch ne Laverda “JOTA” dazu. Die hätte ich gerne weitergefahren, hatte aber, die alte Laverdakrankheit, Risse im Zylinderkopf.

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1993 wurde mir von einem Ami seine Harley angeboten. Er musste zurück in die Staaten. Die war aufgebohrt und ne andere Vergaserbestückung und offen. Alles weitere im Umbau “Harley” Die hab ich 2 Jahre so gefahren wie sie war. Dann umgebaut und hab die bis 98 gefahren. Ich möchte hier noch sagen, es gab zu der Zeit kaum Harleys bei uns. Die die damit rumfuhren, kannten sich mit der Materie Harley aus, die konnten die auch mal auf der Strasse reparieren. Denn die war eigentlich einfach aufgebaut und der Motor war sehr langlebig. Da wir alle ein wenig “Easy Rider” geschädigt waren und alles an den Karren machen konnten, war das die Krone! Der Begriff “Chopper” kommt daher, das was du am Motorrad nicht brauchst, kommt ab, damit sie schneller wird.  In der heutigen Zeit wird sich ne Harley gekauft um gesehen zu werden, der Flair eine Harley zu besitzen ist erst von Rechtsanwälten und Ärzten, die zeigen wollten was Sie haben, (aber keine Ahnung von Moppeds haben) zugrunde gerichtet worden. Heute stellt Harley nur noch Weichgespülte verschnörkelte barocke Motorräder her. Harley hatte die Zeit ab 1996 gut erkannt, für Motorradfahrer die keine Lust mehr haben was selbst zu machen. Barocke vor Chrom blitzende Motorräder zu bauen. Die Motorleistung des Weltkriegsmotor wurde so runtergeschraubt und so gelagert, das auch jeder Doofe damit fahren kann. Aber das Fahren steht bei vielen, ja nicht mehr im Vordergrund. Zu 90 % ist das Gesehen werden das A&O. Aber das ist nur meine Meinung!!!

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Eine Harley zu fahren ist sehr Zeitaufwendig gewesen, Pflege und Durchsichten , sonst hast du während der Fahrt einiges verloren. Mir fiel mal ein Teil des Auspuffs ab  und ich habs  noch nicht mal gemerkt. Beruflich hatte ich auch immer weniger Zeit um mich um die Pflege zu kümmern. Bekam einen guten Preis und holte mir wieder eine XS 1100. Das Moto war einfach draufsetzen und Fahren.

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Ducati brachte 1993 die Monster auf den Markt. Irgendwann wollte ich auch eine haben. Hab mir dann 99 eine aus erster Hand gekauft. Der Motor 1. Sahne und ein Fahrwerk wie ne Strassenbahn. Es hat unheimlich viel Spass gemacht. Bis mir bei der abendlichen Ausfahrt ein Honda Firebladepilot hinten aufs Mopped fuhr. Ich hatte mich noch retten können mit einer Showeinlage durch den Graben in den Wald. Aber er hatte sich auf der Strasse überschlagen und das Becken gebrochen. Seine Kiste hatte erst 400 km drauf und er hatte sich wohl etwas überschätzt. Meine Lust aufs Fahren war etwas gesunken. Ich reparierte die Duc und hab sie verkauft.

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In Berlin wurde ein Super Seven mit Ford Escort Maschine von Cosworth mit 200 PS angeboten. Da ich zur Zeit etwas vom Motorradfahren genervt war, hab ich mir den für 20000 DM geholt. Das Gerät wog 400 kg und war der Grauen jedes Motorradfahrers.  Weder in der Beschleunigung noch in der Kurve konnte ne GSXR mithalten.Superspass für 5 Jahre, dann merkte ich den Anfang eines Pleullagerschadens und hab die Karre verkauft!  Wir haben uns dann ein Haus gekauft und für Hobby war da infolge von Umbau kein Geld da.

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Auf Sylvester 2008 wurde ich mit einer verschleppten Lungenentzündung auf die Intensivstation der Uni Giessen gebracht wo ich 2 Monate war und fast abgekackt bin. In 2 Monaten entschied sich mein Körpergewicht von 102 auf 80 sich zu reduzieren. Ich war körperlich am Ende. Als ich im März nach Hause kam, hab ich mir ne FJ 1200 zugelegt und mir geschworen, wenn ich die wieder auf den Hauptständer bekomm, kann ich auch wieder fahren. Es dauerte genau 1 Monat und ich hab die Karre wieder gefahren. Bei der ersten Beschleunigung hab ich Rotz und Wasser geheult. Meine Frau fuhr der Zeit noch ne XJ 650.

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Da ich ja sowieso ein wenig Ducati verrückt war, spendierte ich mir in 2011 eine S4R abgespeckt und von Ducati aufgearbeitete Karre.  170 kg mit 170 PS. Nur Fliegen ist schöner. Es standen natürlich immense Nebenkosten an . Reifen, Auspuffinnenleben, Ketten und Ritzel, Jährliche Inspektionen und Steuerkettenwechsel. Aber auch Spass ohne Ende. Ich hab sie dann 2017 auseinander genommen und nochmal in Rot hübschgemacht. Dann ging mir 2017 der Poti vom Gaszug kaputt. Dieser Poti wird auch bei vielen Autos für die Kontrolle der Gasstellung genutzt, kostet natürlich mit einer anderen Ohmzahl z.B. bei Fiat im Austausch 45€. Ducati wollte für das Teil 560€ haben..In dem Moment hatte ich die Schnauze voll. Ich hab mir das Teil gebraucht besorgt und die Kiste verkauft.

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Ich hab mir wieder ne FJR 1300 besorgt, die hat auch gemütliche 150 PS und ich hab nicht mehr so hohe Unterhaltskosten.

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Wir haben jetzt das Jahr 2019, in 18 hab ich mir noch zum Restaurieren die erste CB 250 gekauft. Bin auch schon bei einigen Oldtimertreffen gewesen. Auch mit Enkel .Bin aber immer hin und zurückgefahren und hab im ersten Jahr 1500 km mit der CB gemacht. Die FJR benutz ich eigentlich für längere Strecken. So, dann will ich Hoffen, es kommen in der Zukunft noch einige Bilder dabei.  Gruß Eggy

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